Dienstag, 2. April 2013

Etwas besseres als den Tod finden wir überall

Liebe Wasserratten,

ja ist es denn zu fassen? So schnell gehen sechs Tage rum? Wo kann man sich hier beschweren? Ich will noch nicht nach Hause!

So dachte ich morgens an unserem letzten Tag. Wenn ich da schon gewusst hätte, was noch alles auf mich zukommt, wäre mir der Abschied nicht so schwer gefallen. Meine Leute waren zum letzten Frühstück auf dem Deichhof, da haben der Hugo und ich schon mal unsere Sachen eingepackt. Wir hatten zwar nix einzupacken, aber wir haben wenigstens so getan, um unseren guten Willen zu zeigen. Ohne gross rumzutrödeln wurde dann der Wagen gepackt, wir verabschiedeten uns und ab ging es Richtung Süden.

Mit meinem Stammtischbruder Bruce hatte ich mich in Bremen verabredet. Im Cafe mit der Meerjungfrau wollten wir uns treffen. Doch bis dahin dauerte es noch eine Weile.

Zuvor machten wir nämlich einen Abstecher nach Worpswede, das liegt nordöstlich, aber ganz nah bei Bremen. Worpswede ist bekannt als das deutsche Künstlerdorf. 1889 wurde dort die Künstlerkolonie Worpswede gegründet, eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft von Künstlern. Noch heute finden sich dort viele Kultureinrichtungen und Galerien. Eine Menge schöner Häuser haben sie dort auch. Weil aber der Frühling immern noch nicht da war, sah das alles nicht so einladend aus, wie es wohl im Frühling und Sommer sein wird. Also fuhren wir weiter nach Bremen, wir hatten ja eine Verabredung.

In der Nähe des Marktplatzes fanden wir einen Parkplatz und guckten uns erst einmal die bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bremens an (also die ausser Werder).


Das Tolle war, dass der Hugo mitkommen durfte. Er hat auch keinen Ärger bekommen, obwohl er ja sein BVB-Trikot getragen hat. Pünktlich um 14:00 Uhr waren wir am vereinbarten Treffpunkt, dem Cafe Schtaabux. Bruce war schon da und wartete auf uns. Wir haben uns so gefreut uns zu sehen, dass wir uns erst einmal so richtig gedrückt haben, wie Männer das so machen.



Zum warm werden haben wir einen Kaffee bestellt, wie Männer das so machen.


Es gab so viel zu erzählen, dass wir fast zu nix anderem gekommen sind. Nur einmal haben wir noch ein Gruppenfoto schiessen lassen, wie Männer das so machen.


Dem Bruce hatte ich gerade erzählt, dass wir Geschichten über den Schalk im Wurster Land gehört hatten. Am Karfreitag in Dorum waren wir ja bei einer Autorenlesung. Und damit der Bruce mal ein Gefühl dafür bekam, wie es ist, wenn einem der Schalk im Nacken sitzt, habe ich mich da mal hingesetzt. Nur gut, dass der Hugo das nicht gemacht hat. Das wäre dem Bruce bestimmt nicht so gut bekommen. Als wir den Kaffe auf hatten


gingen wir zum kulturellen Teil der Veranstaltung über - Stadtführung. Es ist immer gut, wenn man jemanden dabei hat, der sich auskennt. Und der Bruce kennt sich aus, ganz bestimmt.

Wir sind durch das Schnoorviertel gegangen.Das ist das älteste Viertel Bremens und stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Heute sind dort viele Restaurants, Galerien und Kunsthandwerksläden. Der schönste Laden war für uns das Bärenhaus.


Manche Häuser sind ganz klein, manche stehen so eng beisammen, dass der Hugo beinahe nicht durchgekommen wäre.


Nach einer Weile waren wir schon ganz schön erschöpft und mussten eine Pause machen, wie Männer das so machen.



An einer Stelle stand die Imitation der städtischen Combo, hübsch bunt angemalt, und alle hatten was zu lesen. Bruce und ich haben mal nachgeguckt was die da so lesen, aber da stand nur lauter Kauderwelsch. Ich habe kein Wort verstanden.




Die Zeit verflog im Nu und der Abschied nahte. Doch natürlich nicht, ohne das Original zu sehen. Die sind so berühmt, dass da immer eine Traube Menschen aus aller Herren Länder drumherum steht und Fotos macht. So wie wir!


Das hier ist natürlich nur eine Bronzeplastik der Bremer Stadtmusikanten. Die richtigen Tiere haben sie auf dem Marktplatz im Keller eingeschlossen. Manchmal, wenn man Geld in einen Gullideckel wirft, schreit eins von den Biestern.

Und dann war wirklich Schluss, schliesslich mussten wir ja noch nach Hause fahren. Das waren so ziemlich genau 57 Trillionen Kilometer, jedenfalls so ungefähr. Auf Posing Bear-Art haben sich Bruce und ich verabschiedet. 


Aber es dauert ja nicht mehr lange, dann gibt es ein Wiedersehen. Schnell waren wir am Auto und machten uns auf den Heimweg. Dabei kamen wir natürlich in den Feierabendverkehr. Tolle Wurst - das war ganz schön nervig. Als wir dann auf der Autobahn waren ging es aber zügig voran und wir waren bald zuhause.

Wieder endete ein Kurzurlaub und ich hatte Recht behalten. Wieder waren eine Menge Abenteuer auf mich zugekommen, ich musste nicht einmal suchen. Neue Abenteuer? Ich bin bereit!

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