Dienstag, 19. Februar 2013

Palmatag

Der Tag fing gut an, denn die Sonne hatte die Wolken zur Seite geschoben und zeigte sich zum ersten Mal in voller Pracht. Sofort habe ich meinen Liegestuhl auf den Balkon gebracht und ein erstes Sonnenbad genommen.


Während meine Leute frühstücken waren, habe ich unvermindert weiter gesonnt. Doch dann musste ich meinen Logenplatz doch verlassen, denn wir fuhren heute nach Palma - sightseeing. Hier ist es wie fast überall auf der Insel. Wir haben es schon oft gesehen, können aber nie genug davon bekommen. Wir parkten unterirdisch an der Plaza d'Espana. Da bekommt man immer einen Platz und ist direkt mitten drin. Oben angekommen grüsste uns Jaume I, der 1229 die Insel von den Mauren befreite.
Weiter ging es bis zur Plaza Major. Da ist ja immer was los. Heute auch, da waren junge Männer mit Presslufthämmern und anderem schweren Gerät. Die putzten den Laden für die Saison wieder raus.
Wir sind vorne rein und hinten raus, weiter durch die Altstadt. Da stehen aber auch schöne Häuser, und die Läden haben tolle Sachen. Ein paar Schweine hatten allerdings Pech:
Mir war das aber wurscht (tolles Wortspiel) denn ich wollte ja Palma gucken und keine Schweine. Statt direkt zur Kathedrale, sind wir aber erst einmal wieder ein Stück zurück. Das Liebchen vom Chauffeur muss sich nämlich jedes Mal, wenn wir in Palma sind, bei einem bestimmten Bäcker ein paar Sandplätzchen kaufen. Bie bwind ein biffchen pfrocken und pröffen epwaff, aber sie mag sie nun mal so gerne. Und schon ging es weiter, bis ich eine kleine Pause machen musste.
Hätte ich mal einen Becher von McDoof gehabt, da hätten die Leute bestimmt ein paar Euros reingeworfen. Gestärkt ging es dann weiter zum Rathaus. Da war eine Senorita, die fand ich ja nicht schlecht, aber irgendwie passen wir nicht so richtig zusammen.
Wir quatschten trotzdem ein bisschen, bis sich mich fragte, ob ich denn ihren Namen wüsste. Da die Mädels hier ja fast alle Maria heissen, zumindest mit einem Vornamen, habe ich "Maria" dann mal rausgehauen. Da hat sie mich mit grossen Augen angesehen und gesagt: "das hat dir der Teufel gesagt". Und schwupps, zack und bumm, stand der Teufel wie Kai aus der Kiste neben uns. Den Kasper und das Krokodil hatte er gleich mitgebracht. Ich hab mich schnell aus dem Staub gemacht, soviel war mir die Maria dann doch nicht wert.
Nach soviel Aufregung musste ich mich nun stärken. Da kam es gerade recht, dass meine Begleiter die gleiche Absicht hatten. Schön ist es immer in der
Ein Cafe, dass im Jahr 1700 gegründet wurde. Und so sieht es dadrin auch fast aus. Aber das macht es gerade aus. Neu und schick und modern kann jeder. Den Laden so zu erhalten und gestalten, dass er fasst schon kitschig ist und trotzdem gemütlich, das ist die Kunst.

Was die Trinkschokolade betrifft, sind sie sowieso ganz weit vorne. Die ist so dick, die kannst Du fast mit der Gabel essen. Und süss ist die, man ist die süss. Wir haben uns Ensaimada bestellt, die war süss genug, und Kaffee natürlich.
Anschliessend ging es schon besser, und wir waren bereit für weitere Abenteuer. Nun ging es aber wirklich runter zur Kathedrale und zum Parc de la Mar. Dort wollten wir uns in die Sonne setzen und den Frühling geniessen. Gesagt, getan, ging es los.
Daneben stand eine Kutsche für Stadtrundfahrten. Der Zossen davor hat mir richtig Leid getan, so schlecht sah der arme Kerl aus. Aber für ein Foto mit mir hatte er noch Nerven.
Am Almudaina Palast hatte ich einen kleinen Blackout. Weil die Sonne so schön schien, dachte ich, wir wären schon an unserem Ziel angekommen. Da habe ich mich gleich mal in die Hecke geworfen und wollte sonnen. Aber da hätte ich alleine bleiben müssen. Das wollte ich dann doch nicht.

Also musste ich mit, noch ein paar Stufen runter und ab auf eine Bank, die auch schön von der Sonne beschienen wurde. Etwas oberhalb des Parc de la Mar hat man einen schönen Ausblick auf die Bucht von Palma.
Und natürlich auf die Kathedrale, man sitzt ja direkt davor.
Das Wohlfühlgefühl ist perfekt, wenn dann noch ein Kreuzfahrtschiff ablegt und geschmeidig die Bucht verlässt. Ach wat is dat schön.
Eine ganze Weile haben wir dort gesessen, den lieben Mann einen guten Gott sein lassen und es einfach genossen. Aber wie es immer ist, alles geht einmal zuende, so auch dieser Moment. Also hieften wir uns alle auf und gingen in die grobe Richtung Placa d'Espana. Grob heisst, dass wir erst noch einmal um den Almudaina Palast geschlichen sind.
Zur linken Seite ist eine kleine parkähnlichen Anlage, die war schon ganz auf Frühling getrimmt. Da geht einem wirklich das Herz auf, wenn in Deutschland noch der Schnee liegt.
j
Weiter ging es nach Norden, über den Passeig des Born bis zur Placa Weyler.
Jetzt noch ein paar Stufen hoch und schon waren wir wieder an der Placa Major. Die Innenstadt von Palma ist gar nicht so gross. Wenn Ihr mal auf die Karte guckt, denkt Ihr vielleicht "man da braucht man ja Tage und Wochen", aber so ist es nicht. Man kann auch in wenigen Stunden viel sehen und eine Menge erleben.

Und wenn Ihr jetzt denkt, das wär es gewesen (Palma ade, Füsse tun weh), auf gar keinen Fall. Jetzt drehte der Chauffeur noch mal so richtig auf und kutschierte uns zum Bellver. Das ist ein Festungsbau, der auf einem Berg, westlich des Zentrums von Palma, in ungefähr 100 m Höhe liegt.
Ganz am Anfang, nachdem sie das Ding gerade gabaut hatten, wohnte der Jaum II mit seiner Familie dort. Das war Anfang des 14.Jahrhunderts. Fast vierzig Jahren später wurde sie zum Gefängnis, weil Jaume III eine Schlacht verloren hatte, und seine Frau und seine Kinder dafür büssen mussten (er war in der Schlacht gefallen). Nur 600 Jahre später haben die Mallorquiner dort Münzen geprägt, bis der Bau 1931 der Stadt Palma übergeben wurde. Die hat daraus ein Museum gemacht.

Das ist alles schön und gut und auch interessant. Was aber noch viel besser ist, ist der Ausblick, den man von dort oben auf Palma, den Hafen und die ganze Bucht hat.
Nachdem wir diesen letzten Happen zu uns genommen hatten, waren wir reif für die Falle. Wir kutschierten ins Hotel, um die gewonnen Eindrücke zu verarbeiten und uns auf das Abendessen vorzubereiten. Ich für meinen Teil übte mich in "Extremabschlaffen", was mir sehr gut gelang.

Das war unser Palma-Tag. Ich kann es zwar kaum glauben, dass es so etwas gibt, aber wer noch nie auf Mallorca war und diese Zeilen liesst, dem habe ich vielleicht ein bisschen Appetit gemacht. Es würde mich freuen.

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