Mittwoch, 20. Februar 2013

Markttag

Ach du Schande! Da stehen wir voller Erwartungen, vom Vortag geweckt, auf, und dann das: der Himmel war grau und wolkenverhangen. Na und, Hauptsache wir müssen nicht frieren. Der Rest kommt von alleine.

Mittwochs ist Markt in Sineu. Ein schöner Markt, auf dem es fast alles gibt, was man so zum täglichen Leben braucht. Doch schon alleine die Fahrt dorthin war ein Erlebnis. Die Insel ist zu dieser Jahreszeit so grün, wie sonst nicht im Jahr.
Aber in dem ganzen Grün gibt es an manchen Stellen noch jede Menge Gelb. Das sieht so toll aus, dass man sich nicht satt sehen kann.
Wenn dann noch im Hintergrund die Berge der Serra Tramuntana auftauchen, dann ist das Glück fast perfekt.
Wir konnten uns von den Schönheiten der Natur kaum abwenden, aber es war nunmal Markttag und da gibt es keine Entschuldigungen. Der Markt, der jetzt im Winter nicht so gross ist wie im Sommer, zieht sich fast durch die ganze Stadt. Unten fängt es bei den Ständen mit Taschen, Uhren, Tüchern, und sonstigem Krimskrams an. Dann kommt der Tiermarkt mit Pferden, Eseln, Kühen und Schafen, vielen Vogelarten und Kleintieren. Da sind die Kinder immer ganz begeistert, fast jedes möchte eins mit nach Hause nehmen.
Das schwarze Schwein nennen sie hier Porc negra, die Art gibt es nur auf Mallorca. Die Zicke wahrscheinlich auch, denn die haben sich auf Mallorquin unterhalten und schienen sich zu verstehen.

Der Stier sah nicht so aus als hätte er noch eine grosse Karriere in der Arena vor sich. Er wirkte eher etwas gelangweilt und knabberte nur ein bisschen an dem frischen Grünzeug rum.
Mit Eseln hatte ich am Vortag beste Erfahrungen gemacht, ich mag die Biester. Dieser hier meldete sich in unregelmässigen Abständen lautstark und trug damit in erheblichem Masse an der Erheiterung der Touristen bei.
Wieder ein Stückchen weiter beginnen dann die Stände mit Haushaltswaren und Blumen. Eine traumhafte Farbenpracht im Februar.
So hätte ich gut und gerne noch eine Weile sitzen bleiben können, aber wir hatten ja noch einiges anderes zu sehen. Denn jetzt ging es die Stadt hoch zur Kirche.
Auf dieser Strecke gibt es dann die unterschiedlichsten Waren, von Unterwäsche, über Socken und Oberbekleidung bis zu Kunstgegenständen, Spielzeug und Schmuck. Wenn man sich bis zur Kirche durchgekämpft hat, sieht man auf dem Vorplatz den Löwen von Sineu. Der ist aus Stein, Ihr braucht also keine Angst vor ihm zu haben. Ein Blick ins Gotteshaus lohnt sich, denn es ist in den vergangenen Jahren mit viel Arbeit und Liebe zum Detail renoviert und restauriert worden. Wie überall ist auch hier das Geld knapp, so dass beim Eintritt um eine Spende von einem Euro pro Person gebeten wird.

Wenn man um die Kirche herum geht, kommt man zum Obst- und Gemüsemarkt. Auch hier findet sich ein prächtiges Farbenmeer, in manche Früchte möchte man am liebsten gleich reinbeissen. Das tut man aber dann doch nicht, sondern geht in das Restaurant Celler C'an Font, an der gegenüberliegenden Ecke. In diesem urigen Lokal, mit riesigen Weinfässern im ganzen Schankraum, gibt es typisch mallorquinische Spezialitäten.
Ein Angebot ist das Lieblingsgericht meiner Reisebegleiter. Es heisst Frito Mallorquin und besteht aus verschiedenen Innerein vom Schwein und Rind und vielen unterschiedlichen Gemüsen. Das Besondere ist, alle Zutaten werden getrennt zubereitet und erst zum Schluss zusammen geworfen. Das mag nicht jedermanns Geschmack sein, bei uns ist es ein Höhepunkt.
Nach dem Essen waren meine Leute rundum zufrieden. Der Markt war fast zuende, die Händler bauten schon alle ab, so dass wir recht schnell wieder zu unserem Auto kamen. Weil wir unsere Teller leer gegessen hatten, belohnte uns sogar die Sonne mit ihrem Erscheinen. Sie hatte sogar fast alle Wolken weggeschoben. Das steigerte die Laune natürlich um einige Grade. Nun wollten wir Freunde besuchen, die auf Mallorca leben. Der Weg führte uns wieder durch blühende Landschaften.


Eins hatte ich bereits gelernt. Ich muss nur lange genug quengeln, dann gibt der Chauffeur auch schon mal nach. Weil mir gelb so gut steht, habe ich mich in den Rabatten niedergelassen und die Sonne genossen.
Doch irgendwann mussten wir weiter, wir hatten ja eine Verabredung. Rubbeldidupp waren wir schon angekommen und verbrachten den Nachmittag auf der Dachterrasse in der Sonne. So kann man den Winter aushalten. Als die Sonne hinter den Häusern versank, wurde es dann doch ein bisschen frisch und wir verabschiedeten uns von den Gastgebern, um zurück zum Hotel zu fahren. Wieder ging ein schöner Tag zuende, an dem ich viele schöne Erlebnisse hatte.

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